Mensch und Forschung

Spitzenforschung lebt von interessanten, zukunftsträchtigen Aufgabenstellungen, gut ausgebildetem Personal und mitarbeiter_innenorientierten Arbeitsbedingungen. Wissenschaftliche Kreativität braucht einen Ausgleich außerhalb von Büro und Labor und so ist auch für hochqualifizierte Akademiker_innen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, persönlichen Hobbys und Weiterbildung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Das gilt für Personen mit und ohne Betreuungspflichten. Es liegt durchaus im Eigeninteresse des Unternehmens mehr Frauen mit technisch-naturwissenschaftlichem Fachwissen ins Unternehmen zu holen und Karrieremöglichkeiten anzubieten. Die Erfahrung zeigt, dass eine Erhöhung der Vielfalt im personellen Bereich bei guter Begleitung zu mehr Kreativität, Innovation und einer Verbesserung des Betriebsklimas führt.

2017 wurde BIOENERGY 2020+ in Niederösterreich in der Kategorie der Mittelbetriebe zum familienfreundlichsten Betrieb gewählt. Im gleichen Jahr erfolgte die Einreichung bei diesem Wettbewerb auch in der Steiermark, wofür wir eine Anerkennungsurkunde erhielten.

Die mitarbeiter_innenorientierte Unternehmenskultur wurde mit höchstmöglicher Flexibilität umgesetzt: Die Freiheit des/der Einzelnen wird ebenso groß geschrieben wie die Eigenverantwortung im beruflichen Schaffen. Gemeinsam mit den Mitarbeiter_innen werden individuell abgestimmte Teilzeit- und Home-Office-Konzepte entwickelt. Mitarbeiter_innengespräche werden ergänzt durch Rückkehrgespräche vor und nach der Karenzierung sowie der Planung von Elternteilzeit. Der Prozess von der Schwangerschaft bis zur Rückkehr aus der Karenzzeit wird offen diskutiert und geplant. Dasselbe gilt für Väterkarenzen und Elternteilzeiten. Ein formaler Rahmen wurde in Form von Betriebsvereinbarungen geschaffen. So wurde zum Beispiel 2018 die Möglichkeit der Väterfrühkarenz bzw. der „Familienzeit“ per Betriebsvereinbarung geschaffen. Sie soll die gemeinsame Betreuung des Kindes mit der Mutter in den ersten Lebenswochen ermöglichen. Für Väter wird damit die grundsätzliche Möglichkeit einer Freistellung nach der Geburt des Kindes geschaffen, die ein weiterer Schritt in Richtung Väterbeteiligung an der Familienarbeit sein soll. Nur über eine fairere Verteilung der Familienarbeit kann echte Gleichstellung erreicht werden. Die Ermöglichung der Familienzeit stellt eine nachhaltige Maßnahme dar, welche die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Unternehmenskultur von BIOENERGY 2020+ weiter verankert. Nicht nur betroffene Väter und deren Familien, sondern auch BIOENERGY 2020+ profitiert von der Sozialkompetenz, die ihre Beschäftigten durch Erfahrungen aus der Kinderbetreuung erlangen.

BIOENERGY 2020+ arbeitet auch weiterhin an der Verbesserung des Unternehmensklimas. 2016 führte das Unternehmen ein umfassendes femtech Karriere-Projekt durch, im Zuge dessen das Einstellungsprozedere, die Karrierechancen, die Arbeitsbedingungen und das Betriebsklima evaluiert und weiterentwickelt wurden. Seit April 2018 läuft das Folgeprojekt „FeMentoring“, in dem Frauen der (Wieder-) Einstieg in die Forschungsarbeitswelt durch bereitgestellte Mentor_innen erleichtert werden soll. Der Betriebsrat begleitet die Projekte und die daraus resultierenden Maßnahmen ebenso wie die Gleichstellungsbeauftragte des Zentrums. Zudem gibt es Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und Maßnahmen zum Selbst- und Zeitmanagement mit dem Ziel, Stresssituationen zu vermeiden, das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter_innen zu steigern und damit auch die Effizienz und die Qualität der Forschungs- und Entwicklungsarbeit positiv zu beeinflussen. Dr. Walter Haslinger, techn.-wissenschaftlicher Geschäftsführer, lebt die Firmenphilosophie vor. Vor seiner Geschäftsführertätigkeit war er jahrelang Leiter am Standort Wieselburg. Im Rahmen seiner Tätigkeit nahm der zweifache Vater selbst die Möglichkeit der Elternteilzeit und der Väterkarenz in Anspruch. Nach seiner Rückkehr aus der Väterkarenz wurde er Geschäftsführer des Zentrums.


Dina Bacovsky

Stefan Retschitzegger

Sandra Zlabinger

Manuel Schwabl

Monika Enigl

Elisa Carlon