Marktentwicklung Erneuerbare Energien in Österreich 2010

Marktentwicklung der Technologien Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen 2010

Die Marktentwicklung der Technologien Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen sowie deren volkswirtschaftliche Auswirkungen und zukünftige Entwicklung sind für zahlreiche Zielgruppen von großem Interesse.

In der vorliegenden Arbeit werden neben der Dokumentation von Verkaufszahlen für den Inlandsmarkt und den Exportmarkt  volkswirtschaftliche Kennzahlen im Bereich der Umsätze, der Arbeitsplätze und der CO2-Effekte dieser Technologien präsentiert.

Feste Biomasse - Brennstoffe

Die energetische Nutzung fester Biomasse, welche in Österreich auf eine lange Tradition zurückblicken kann, stellt eine der tragenden Säulen der erneuerbaren Energienutzung in Österreich dar. Der Bruttoinlandsverbrauch fester Biobrennstoffe ist von 142 PJ im Jahr 2007 auf 164 PJ im Jahr 2010 gestiegen. Der Hackgutverbrauch steigt seit seiner Markteinführung zu Beginn der 1980er Jahre kontinuierlich an und hat im Jahr 2010 rund 74 PJ erreicht. Der sehr gut dokumentierte Pelletsmarkt entwickelte sich bis zum Jahr 2006 mit einem starken jährlichen Wachstum von 30% bis 40% pro Jahr. Diese Entwicklung wurde im Jahr 2006 durch eine Verknappung des Angebots und daraus resultierende starke Preisanstieg gebremst. Mittlerweile haben jedoch 21 österreichische Pelletsproduzenten eine Produktionskapazität von 1,2 Mio.t/a aufgebaut, wodurch sich der Markt in den letzten drei Jahren deutlich erholt hat.

Mittels biogener Brennstoffe konnten im Jahr 2010 rund 9,4 Mio. t CO2 eingespart werden. Die Biobrennstoffbranche konnte im Vorjahr einen Gesamtumsatz von 1,307 Mrd. € erwirtschaften was in der Branche einen Beschäftigungseffekt von 13.302 Vollzeitarbeitsplätzen entspricht.

 

 

 

 

 

 

 


 

Abbildung 1: Verbrauch fester Biobrennstoffe in Österreich 2007 - 2010; Quelle: BIOENERGY 2020+.

Der Erfolg der Bioenergie hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit geeigneter Biomassen in ausreichenden Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen ab. Ein zukünftig erweiterbares Potential wird zum einen insbesondere Kurzumtriebshölzern zugerechnet. Diese Entwicklung ist stark von der Ausgestaltung ordnungspolitischer Maßnahmen wie der Gemeinsamen Agrarpolitik abhängig. Zum anderen sollte die Bioenergieentwicklung mit anderen biomassebasierten Branchen und Akteuren abgestimmt und zusammen nach Synergien zur Maximierung der Wertschöpfung aus (regionaler) Biomasse gesucht werden. Technologische Forschung und Entwicklung ist gefragt um unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten neue Ressourcen zu erschließen und die Kosten von der Produktion der Rohstoffe bis zum Konsumenten zu senken.

Feste Biomasse – Kessel und Öfen

Der Markt für Biomassekessel ist in Österreich im Zeitraum von 2000 bis 2006 kontinuierlich mit hohen Wachstumsraten gestiegen. 2007 ist der Absatz mit dem Sinken des Heizölpreises deutlich gefallen. Pelletskessel verzeichneten 2007 einen Markteinbruch von über 60%. Ursache hierfür war die Verknappung des Handelsgutes am Pelletsmarkt. Im Jahr 2008 konnte der Pelletskesselabsatz das Niveau von 2006 wieder erreichen, im Jahr 2009 kam es neuerlich zu einem Rückgang des Verkaufs um 24%. 2010 gab es wiederum einen nur leichten Verkaufsrückgang bei den Pelletskessel um etwa 4%. Am stärksten ist der Rückgang im 2010 bei den Stückholzkesseln zu verzeichnen.  Ursache dieses Rückganges in allen Segmenten der Biomassekessel war ein Mix aus verspäteter Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise, Rückgang der Förderungen und die nach wie vor bestehende Investitionsförderung der österreichischen Mineralölindustrie für neue Ölkessel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abbildung 2: Die Marktentwicklung von Biomassekessel in Österreich bis 2010; Quelle: Landwirtschaftskammer Niederösterreich 2011 (LK NÖ 2011).

Im Jahr 2010 wurden im österreichischen Inlandsmarkt 8.131 Pelletskessel, 6.211 typengeprüfte Stückholzkessel und 4.219 Hackschnitzelkessel – jeweils alle Leistungsklassen – abgesetzt. Zusätzlich konnten 3.273 Pelletsöfen, 8.210 Herde und 26.100 Kaminöfen verkauft werden. Österreichische Biomasse-Kesselhersteller setzen typischer Weise ca. 70% ihrer Produktion im Ausland ab. So kommen z.B. 2 von 3 in Deutschland installierten Biomassefeuerungen aus Österreich, wobei Deutschland und Italien für die Produzenten die größten Exportmärkte darstellen. Durch die Wirtschaftstätigkeit im Biomassekessel- und –ofenmarkt konnte 2010 ein Umsatz von 867 Mio. Euro erwirtschaftet werden, was einen Beschäftigungseffekt von 4.097 Arbeitsplätzen mit sich brachte. Forschungsanstrengungen bei Biomassekessel fokussieren auf die Erweiterung des Lastbereiches, auf die weitere Reduktion der Emissionen, auf die Optimierung von Systemen und Systemkombinationen und auf die Entwicklung von marktfähigen Klein- und Mikro-KWK Sytemen.

Der vollständige Bericht ist unter dem folgenden Link frei verfügbar:

http://www.nachhaltigwirtschaften.at/iea/results.html/id6502

Kontakt bei BIOENERGY 2020+:

Rita Ehrig
Christa Kristöfel
Christoph Strasser
Manfred Wörgetter

 

2011-06-29

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