Highlights der Bioenergieforschung V in Wieselburg

Nationale und internationale Ergebnisse zu den IEA Schwerpunkten

In den letzten Jahren hat sich Wieselburg als Technologiestandort für Bioenergie, Agrar- und Lebensmitteltechnologie etabliert. Im Kompetenzzentrum BIOENERGY 2020+ und der FJ-BLT arbeiten und forschen hoch qualifizierte Mitarbeiter an Energie- und Umweltfragen; im Francisco-Josephinum und dem Standort Wieselburg der FH Wiener Neustadt wird dafür Nachwuchs ausgebildet. Biotreibstoffe – ein Bereich, zu dem in Wieselburg seit Jahrzehnten geforscht wird – waren das Thema einer Veranstaltung in der FH in Wieselburg mit 150 Teilnehmern. Zu Gast war die Veranstaltungsreihe „Highlights der Bioenergieforschung“ des BMVIT, Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien.

Kritiker behaupten oft, dass Biotreibstoffe nicht nachhaltig seien. Dies konnte Dr. Bach vom Lebensministerium entkräften: eine strenge europäische Richtlinie, die den Nachweis der Nachhaltigkeit von Biotreibstoffen vorschreibt, gewährleistet, dass alle Biotreibstoffe auf ihrem Weg vom Acker in den Tank im Vergleich zu fossilen Treibstoffen mehr als 35% Treibhausgase einsparen. Diese Vorgabe wird von den österreichischen Erzeugern dank moderner Technik spielend erreicht, so eine Studie von Joanneum Research.

Zum Thema Tank oder Teller gab Generaldirektor Marihart von der AGRANA Entwarnung: ihre Anlage in Pischelsdorf erzeugt neben Treibstoff auch Futtermittel und spart dadurch Importe von Eiweißfuttermittel aus Übersee. Zudem findet der Anbau von Getreide zur Bioethanolproduktion auf Überschussflächen der Landwirtschaft statt und steht nicht in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion.

Abends wurde im Technologiezentrum Wieselburg-Land bei einem Kamingespräch diskutiert, wie Biomasse am besten eingesetzt werden kann. Bioenergie ist zur Erzeugung von Wärme, Strom und Treibstoff geeignet und wird den größten Beitrag zum 34%-Ziel an erneuerbarer Energie bis 2020 leisten. Dabei stehen selbstverständlich Nahrung und Futter im Vordergrund. Überschüsse der europäischen Landwirtschaft können jedoch guten Gewissens für Energie verwendet werden. Sogar Abfallstoffe wie Altöl aus der Küche oder Biomüll können als Treibstoffe verwertet werden. Güssing hat gezeigt, wie man durch innovative Verwertung von Rohstoffen aus der Region energieautark wird und 1500 Arbeitsplätze schafft, so Reinhard Koch vom Europäischen Zentrum für Erneuerbare Energie.

Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden österreichische Forschungsarbeiten zu Biotreibstoffen vorgestellt. Die österreichischen Forschungsarbeiten im Bereich der Biotreibstoffe finden weltweit Anerkennung und die entwickelten Technologien kommen international zur Anwendung.

Zum Thema lignozellulose-haltige Biomasse wurden verschiedene Bereiche der Kette Holz zu Bioethanol dargestellt. Die Forschungstätigkeiten umfassen die Beschaffung, Ernte- und Transportlogistik von Holzrohstoffen, die Verbesserung des Zelluloseaufschlusses, die Marktreife von Bioethanol der 2.Generation und die Bewertung dieser Technologien für Österreich.

Weiters wurden österreichische Forschungsarbeiten an innovativen Technologien zur Herstellung von Biotreibstoffen vorgestellt. Unter anderem wurde der Stand der Entwicklung von Vergasungstechnologien, verschiedene Technologien zur Herstellung von Flugtreibstoffen, Fluid Catalytic Cracking Systeme, der Stand der Entwicklung von Algen-zu-Biotreibstoff-Ketten und die Herstellung von Biowasserstoff behandelt.

Entwicklungen im Bereich der bereits etablierten Biotreibstoffe wie Pflanzenöl, Biodiesel und Biogas wurden dargestellt, wobei hier besonders die direkte Verwendung von Pflanzenölen, Membranverfahren zur Biogasaufbereitung, Emissionen aus der Verbrennung und die Verbrennungseigenschaften von Biokraftstoffen beleuchtet wurden.

Der letzte Themenblock widmete sich der Nachhaltigkeit von Biotreibstoffen und deren Einsatz in Entwicklungsländern. Insbesondere wurden die THG Emissionen österreichischer Biokraftstoffproduktionsanlagen, eine EU weite Harmonisierung der Berechnung von THG Emissionen und Programme zur Produktion und zum Einsatz von Biokraftstoffen in Entwicklungsländern besprochen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie alle Präsentationen sind verfügbar auf:

Die österreichischen Forschungsarbeiten zu Biotreibstoffen wurden über IEA Bioenergy Task 39 international zugänglich gemacht:

http://www.task39.org/Publications/TransportationBiofuelsResearchinAustria2011.aspx

Kontakt bei BIOENERGY 2020+:

Manfred Wörgetter

Dina Bacovsky

Andrea Sonnleitner

 

Fotos:

oben: Kamingespräch im Technologiezentrum Wieselburg-Land

unten: 150 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung
 

 

 

 

2011-04-06

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